Unvergesslich aus meiner Kindheit sind die Küchenkünste meiner Patentante („Tante Mocken“, Ehefrau eines Sohnes einer Tuchhändlerfamilie mit Haus am Lousberg aus der Jahrhundertwende). Vor-, Nachspeisen und an erster Stelle Backwaren waren eine Offenbarung, Hauptspeisen nicht in der Orginalversion zu empfehlen, da sie „Schonkost“ wegen gesundheitlicher Probleme ihres Ehemanns auf Anweisung des Hausarztes kochen sollte. Die Forderung nach Leichtigkeit der Speisen betraf aber anscheinend seltsamerweise nur den Hauptgang.

Geerbt habe ich von ihr ein handgeschriebenes Kochbuch, natürlich in Sütterlin und zudem noch in einer eigenwilligen Ausprägung geschrieben. Das Stöbern darin macht alleine schon Freude – ihre Bewertungen der Rezepte gingen von „+ + +“ bis „Nichts!“, wobei Letzteres eine vernichende Kritik darstellte. Das Nachkochen/-backen erweist sich manchmal als schwierig, bedingt durch damals verständliche, heute aber problematische Mengenangaben wie „Hefe für fünf Pfennig“.

Eines der Rezepte hatte ich schon einmal abgetippt zwecks Weiterleitung an Freunde, daher zunächst einmal das… Die Ausstechformen (Holzbretter mit eingelassenen Metallbändern – man wusste damals schon, wie man Massenproduktion für Großfamilien erleichtern konnte) sind auch in meinen Besitz übergegangen.

Zutaten

  • 500 g Mehl
  • 150 g Zucker
  • 150 g Farinzucker
  • 150 g Butter
  • 100 g Mandeln (mit der Schale gerieben)
  • 50 g (fein geschnittenes) Zitronat (optional)
  • 8 – 10 g Natron
  • 1/5 l Milch
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • etwas abgeriebene Zitronenschale
  • 1 kl. Prise (geriebene) Nelken

Zubereitung

  • Mehl & Zucker werden vermischt, die Butter in kleinen Flöckchen dazu gegeben. Ebenso alle anderen Zutaten außer der Milch. Dies wird alles gut vermischt. Die Milch gibt man dann langsam unter stetem Rühren dazu und knetet den Teig gründlich. Man lässt ihn einen Tag an einem kühlen Ort stehen.
  • Danach ausrollen und mit geeigneten Förmchen die gewünschte Spekulatiusform ausstechen.
  • Tja, Temperatur und Backzeit… ich weiß noch, dass Tante Mocken einen Gasherd benutzte. Aber mit solchen nebensächlichen Angaben hielt sie sich nicht auf, das hatte sie im Gefühl. Wir haben den Backofen immer überwacht und bei gewünschter Bräunung die Bleche herausgenommen.

Jahreszeitbedingt habe ich derzeit keine Fotos zur Hand, ich werde sie aber nachreichen, wenn Spekulatius wieder auf dem Programm steht.


 

Pin It on Pinterest